Heinz-Billing-Preis an ehemaligen MPIPZ Post-Doc verliehen
 

6. Oktober 2021

Adam Runions, ehemaliger Post-Doc in der Tsiantis-Gruppe, wurde von der Max-Planck-Gesellschaft mit dem renommierten Heinz Billing Preis für seine Arbeit über die Modellierung und Analyse morphogenetischer Prozesse in Pflanzen ausgezeichnet.

Der nach Prof. Heinz Billing, dem ehemaligen Direktor des MPI für Astrophysik, benannte Heinz Billing Preis wird alle zwei Jahre für herausragende wissenschaftliche Beiträge auf dem Gebiet der Computerwissenschaften verliehen. Mit dem mit 5000 € dotierten Preis werden herausragende Arbeiten aus allen Bereichen der Computerwissenschaften gewürdigt.

Zu den Leistungen, die mit dem Preis gewürdigt werden, gehört, dass Adam eine neuartige Berechnungsmethode entwickelt hat, die es ermöglicht, Venenmuster in Blättern auf eine visuell realistische Weise zu modellieren. Diese Methode hat wesentlich zum Verständnis der Morphogenese von Pflanzen beigetragen.

Realistische Darstellung von Blattnervenmustern, erstellt nach dem Modell in Runions A, Fuhrer M, Lane B, Federl P, Rolland-Lagan AG, Prusinkiewicz P. Modeling and visualization of leaf venation patterns. In ACM SIGGRAPH 2005 (pp. 702-711).

Erstaunlicherweise ist dieser Algorithmus breit anwendbar und wird unter anderem auch zur Rekonstruktion der Architektur von Bäumen oder zur Modellierung von Straßennetzen und Blutgefäßen eingesetzt. Ein wahrhaft wunderbares Beispiel dafür, wie die Computerwissenschaft es uns ermöglicht, verschiedene Arten von dynamischen Prozessen zu beschreiben.

Mit dem Preis wird auch seine Arbeit zur Modellierung und Analyse der Entwicklung von Organformen gewürdigt, die er während seiner Promotion an der University of Calgary in Kanada begann und als Post-Doc in der Abteilung Vergleichende Entwicklungsgenetik am Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln fortsetzte.

"Es ist wirklich eine Ehre, dass meine Beiträge durch diese Auszeichnung anerkannt werden. Die Auszeichnung ist ein Zeugnis für die außergewöhnlichen Mentoren, die ich während meiner gesamten Laufbahn hatte. Sowohl im Labor von Prof. Prusinkiewicz (Calgary) als auch von Direktor Tsiantis (Köln) hatte ich das Glück, ein inspirierendes Umfeld vorzufinden, das den Einfallsreichtum und die wissenschaftliche Denkweise förderte, die für grundlegende Fortschritte erforderlich sind.“

(Adam Runions)

"Es war eine große Freude, über viele Jahre mit Adam Runions zusammenzuarbeiten und nun zu sehen, wie seine Kreativität und harte Arbeit durch den angesehenen Heinz Billing Preis für die Förderung der Computerwissenschaft anerkannt wird. Diese Anerkennung zeigt auch, dass die algorithmische Forschung in der Pflanzenbiologie von großer Bedeutung und Wirkung sein kann. Sie unterstreicht die Bedeutung interdisziplinärer Ansätze für die Lösung wissenschaftlicher Probleme."

(Miltos Tsiantis)

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