TRB1 und seine Rolle in der pflanzlichen Epigenetik

Ich entwickelte schon früh eine Faszination dafür, wie die Natur funktioniert. Das veranlasste mich, meinen Bachelor in Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Pflanzenwissenschaften an der Universität Cambridge in Großbritannien zu absolvieren. Ich entschied mich für Pflanzen, weil sie besonders auf molekularer Ebene unglaublich komplex sind.

Pflanzen können viele verschiedene Umweltreize über elegante, aber komplexe Signalnetzwerke integrieren. Diese führen zur Regulation der Genexpression und zu epigenetischen Veränderungen – also molekularen „Dekorationen“ auf der DNA und den Histonproteinen, um die die DNA gewickelt ist. Diese epigenetischen Veränderungen werden von verschiedenen Proteinkomplexen abgelagert und ermöglicht so der Pflanze auf Ihre Umwelt zu reagieren.

Nach meinem Bachelor absolvierte ich meinen Master in Pflanzenwissenschaften in Düsseldorf, bevor ich im Oktober 2024 am Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung begann, meine Promotion in der Gruppe von Franziska Turck im Department für Entwicklungsbiologie von Pflanzen zu starten.

Kurz gesagt, konzentriert sich mein Projekt darauf, die Rolle eines Proteins namens TELOMERE REPEAT BINDING FACTOR 1 (TRB1) bei pflanzlichen Entwicklungsübergängen zu verstehen, insbesondere seinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Blüte und die Konsequenzen, die ein Mangel an TRB1 mit sich bringt.

TRB1 scheint eine Rolle bei der Expression von Genen zu spielen, die an der Proteinsynthese beteiligt sind – ein Thema, das ich weiter untersuchen werde. Die zentrale Frage ist, ob ein Zusammenhang zwischen diesen TRB1-Funktionen hergestellt werden kann. TRB1 kann sich mit verschiedenen Proteinkomplexen verbinden, die für die Anbringung epigenetischer Markierungen wichtig sind, und könnte damit als Bindeglied zwischen der Signalübertragung nach der Wahrnehmung von Reizen – wie Nährstoffverfügbarkeit, Temperatur oder Tageslänge – und der anschließenden Genexpression durch epigenetische Veränderungen fungieren, die zu morphologischen Veränderungen in der Pflanze führen.

Obwohl ich an Arabidopsis arbeite, jedermanns Lieblings-Laborpflanze, ist meine Lieblingspflanze die Kiefer. Sie sieht in der Landschaft wunderschön aus, mit flauschigen Nadelkronen und rauen Baumstämmen, und sie riecht besonders bei heißem Wetter sehr angenehm. Außerdem lassen sich Kiefernzapfen wunderbar als Dekoration verwenden!

Abschließend, da ich in Israel geboren wurde, noch eine kleine Hebräischlektion zum Dessert: madaey hatzemakh ze magniv!  Pflanzenwissenschaften sind cool!

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