Die stille Kraft der Epigenetik in Pflanzen entschlüsseln
Wo bist Du aufgewachsen, was hast Du studiert und in welcher Gruppe am MPIPZ arbeitest du?
Ich komme aus Indien, meine Heimatstadt ist Chiplun, eine kleine Stadt in den Westghats. Ich habe meinen Bachelor-Abschluss in den Biowissenschaften in Pune im Rahmen eines Kooperationsprogramms zwischen dem IISER Pune und der University of Melbourne gemacht. Für mein Masterstudium bin ich nach Deutschland gezogen und habe an der Universität Regensburg einen Abschluss in Biologie gemacht. Ich kam im September 2023 zum ersten Mal ans MPIPZ, um meine Masterarbeit in der Abteilung für Entwicklungsbiologie der Pflanzen im Labor von Dr. Franziska Turck zu schreiben. Nach meinem Abschluss war ich begeistert, in derselben Gruppe weiterzuarbeiten, und begann meine Promotion als IMPRS-Studentin.
Was fasziniert Dich am meisten in der Pflanzenbiologie?
Ich habe während meines Bachelorstudiums angefangen, mit Pflanzen zu arbeiten, und seitdem macht mir das sehr viel Spaß. Ich finde es faszinierend, wie Pflanzen, obwohl sie an einem Ort verwurzelt sind, komplexe Strategien entwickelt haben, um ihre Umgebung wahrzunehmen und sich an sie anzupassen. Ihre stille Widerstandsfähigkeit und die komplexen Regulationsmechanismen, die ihrer Entwicklung zugrunde liegen, wecken meine Neugier und motivieren mich, mehr darüber zu erfahren.
Woran arbeitest Du in Deinem PhD?
In meinem Projekt untersuche ich, wie bestimmte Proteine in Pflanzen steuern, welche Gene aktiviert oder deaktiviert werden – ein Prozess, der als epigenetische Regulation bezeichnet wird. Mein Fokus liegt auf einer Gruppe von Proteinen, den sogenannten Telomere Repeat-Binding Factors (TRBs), sowie auf ihren Partnerproteinen bzw. Cofaktoren. Gemeinsam können diese Proteine darüber entscheiden, ob ein Gen aktiv bleibt oder stillgelegt wird, abhängig vom Entwicklungsstadium der Pflanze oder von Umweltbedingungen.
Um zu verstehen, wie TRBs und ihre Cofaktoren zusammenwirken, nutze ich Daten aus Protein-Interaktions-Experimenten (IP-MS), um vielversprechende Kandidaten zu identifizieren. Derzeit erstelle ich eine Reihe von Mutanten, in denen die zu untersuchenden Gene gezielt verändert sind. Dafür setze ich die Genom-Editierungstechnik CRISPR/Cas9 in der Modellpflanze Arabidopsis thaliana ein, um die Funktion dieser Cofaktoren zu analysieren. Da ich meine Doktorarbeit gerade erst begonnen habe, befinde ich mich noch in der Aufbauphase der notwendigen Ressourcen – ich freue ich mich darauf, zu erforschen, wie Pflanzen ihre Genexpression mithilfe dieser komplexen Netzwerke feinabstimmen.
Wann hast Du beschlossen, Wissenschaftler zu werden und wie bist du zur Pflanzenforschung gekommen?
Ich habe mich während meines Bachelorstudiums entschieden, Wissenschaftler zu werden. Ein wichtiger Wendepunkt war mein erstes Forschungspraktikum am IISER Thiruvananthapuram, wo ich an einem Projekt zur CENH3-vermittelten uniparentalen Genomeliminierung arbeitete. Diese Erfahrung weckte meine Faszination für die Pflanzenbiologie und bestärkte mich in dem Wunsch, mich weiter mit diesem Fachgebiet zu beschäftigen. Während meines Bachelor- und Masterstudiums hatte ich das Glück, inspirierende Mentor:innen zu haben, die meine Neugier förderten und mir halfen, meinen Weg als Wissenschaftler weiterzuentwickeln.
Wie gefällt Dir das Leben in Köln?
Das Leben in Köln ist bisher eine großartige Erfahrung. Ich genieße die entspannte und aufgeschlossene Atmosphäre der Stadt – man fühlt sich hier schnell zu Hause. Der Besuch des Doms war für mich das faszinierendste Erlebnis. Ich war überrascht, wie lebhaft und überfüllt die Stadt während der Karnevalstage wird – die ganze Stadt scheint mit Musik, Kostümen und Feierlichkeiten zum Leben zu erwachen.
Was ist Deine Lieblingspflanze und warum?
Meine Lieblingspflanze ist Mais. Ich finde ihn nicht nur wegen seiner Bedeutung als globale Nahrungspflanze faszinierend, sondern auch wegen seines komplexen Genoms und seiner vielfältigen Entwicklungsprozesse. Mais spielt eine zentrale Rolle in der Pflanzengenetik und war die Grundlage für einige der frühesten Entdeckungen zu transponierbaren Elementen. Ich bewundere, wie diese Pflanze landwirtschaftliche Relevanz mit wissenschaftlicher Tiefe vereint – sie verbindet praktischen Nutzen mit einer reichen Forschungsgeschichte.
Wie sagt man „Pflanzenwissenschaft rockt!“ in Deiner Muttersprache?
"वनस्पतीशास्त्र खूप छान आहे!"
