Wie Pflanzen ihre Samen explosionsartig verbreiten

Wo bist Du aufgewachsen, was hast Du studiert und in welcher Gruppe am MPIPZ arbeitest du?

Ich komme ursprünglich aus den USA, wo ich meinen Bachelorabschluss in Chemie und Biologie gemacht habe. Für meinen Master bin ich anschließend nach Spanien gezogen. Im Februar 2024 kam ich nach Deutschland, um meine Promotion zu beginnen. Seitdem arbeite ich unter der Betreuung von Angela Hay X in der Abteilung Vergleichende Entwicklungsgenetik.

Was fasziniert Dich am meisten in der Pflanzenbiologie?

Was mich an der Pflanzenforschung besonders fasziniert, ist unsere enge Verbindung zu Pflanzen. Viele Facetten der menschlichen Gesellschaft drehen sich um Pflanzen: Sie bilden die Grundlage unserer Ernährung, liefern Wirkstoffe für Medikamente und sind wichtige Rohstoffe für viele Materialien. Wenn wir Pflanzen besser verstehen, können wir sie nicht nur nachhaltiger nutzen, sondern auch ihre Komplexität und Vielfalt wertschätzen.

Woran arbeitest Du in Deinem PhD?

In meinem Forschungsprojekt untersuche ich, wie sich winzige Strukturen in Pflanzenzellen – sogenannte Mikrotubuli – während der Entwicklung neu ausrichten. Im Mittelpunkt steht dabei eine unscheinbare Pflanze namens Cardamine hirsuta. Sie ist besonders spannend, weil sie ihre Samen auf spektakuläre Weise verbreitet: Ihre Samenkapseln schleudern die Samen explosionsartig weit weg von der Mutterpflanze.

Dieser Mechanismus funktioniert ähnlich wie ein Slap-Armband: Die Fruchtklappen sind unter Spannung und rollen sich blitzschnell auf, sobald sie aufbrechen. Die Mikrotubuli spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn sie helfen den Zellen, während des Wachstums genau die Spannung aufzubauen, die für diese „Mini-Explosion“ nötig ist.

Wann hast Du beschlossen, Wissenschaftler zu werden und wie bist du zur Pflanzenforschung gekommen?

Während meines Bachelorstudiums an der University of North Carolina in Chapel Hill habe ich beschlossen, Wissenschaftler zu werden. Ich begann als Student mit der Forschung und arbeitete mit der Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Dabei merkte ich schnell, dass mich pflanzen mehr begeistern als die Fruchtfliege – mein Interesse an Entwicklungsbiologie ist jedoch geblieben. 

Wie gefällt Dir das Leben in Köln?

Bisher war das Leben in Köln eine großartige Erfahrung. Ich habe ein bisschen Deutsch gelernt und schätze die offene und freundliche Atmosphäre der Stadt. Die größte Überraschung war bislang mein erster Karneval.

Was ist Deine Lieblingspflanze?

Meine persönliche Lieblingspflanzen sind Dahlien.

Wie sagt man „Pflanzenwissenschaft rockt!“ in Deiner Muttersprache?

In meiner Muttersprache sagen wir: „plant science rocks!”

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