MPIPZ begrüßt Eva-Sophie Wallner als neue Gruppenleiterin

19. Juni 2026

Neue Forschungsgruppe in der Abteilung Vergleichende Entwicklungsgenentik

Eva-Sophie Wallner untersucht die grundlegenden Mechanismen und minimalen molekularen Netzwerke, die die Entwicklung flacher, photosynthetisch aktiver Pflanzenstrukturen steuern – ein entscheidender evolutionärer Innovationserfolg, der Landpflanzen eine effiziente Nutzung von Sonnenlicht und CO₂ ermöglicht hat.

Als Modellsystem dient ihr das Lebermoos Marchantia polymorpha, das seine erste flache Körperstruktur – den (Pro)thallus – de novo aus einer einzelnen Spore und unabhängig von der Mutterpflanze entwickelt. Dieses reduzierte System erlaubt es, sämtliche Entwicklungsstadien von der Spore bis zum ausgereiften, flachen photosynthetischen Thallus lückenlos zu verfolgen.

Eva-Sophie kombiniert Mikroskopie, genetische Ansätze, Proteinbiochemie sowie computergestützte Zellsegmentierung, um die Mechanismen von Zellteilungsmustern und der Ausbildung von Körperachsen während der (Pro)thallus-Morphogenese zu entschlüsseln. Langfristig möchte sie einen Kernsatz essenzieller „Flachheits“-Regulatoren identifizieren und deren Konservierung bzw. Divergenz zwischen unabhängig entstandenen flachen photosynthetischen Strukturen – etwa Thallus und Blatt – vergleichen.

 

Über Eva-Sophie Wallner

Eva-Sophie ist Entwicklungsbiologin für Pflanzen und wurde in Wien geboren. Sie promovierte 2018 an der Universität Heidelberg. Ihre Doktorarbeit, durchgeführt am COS im Labor von Prof. Thomas Greb, beschäftigte sich mit der funktionellen Charakterisierung neuartiger Regulatoren der Gefäßentwicklung, die die Differenzierung des zuckertransportierenden Gewebes Phloem ermöglichen. Für ihre Dissertation und die daraus hervorgegangenen Publikationen wurde sie mit dem Ruprecht-Karls-Preis sowie dem Horst-Wiehe-Preis ausgezeichnet.

Nach der Promotion wechselte sie als Postdoktorandin mit einem DFG-Stipendium in die Gruppe von Prof. Dominique Bergmann an die Stanford University. Dort identifizierte sie eine neue Polarisationsdomäne, die Veränderungen der Zellidentität während der Bildung von Stomata – den epidermalen Poren für den Gasaustausch in Blättern – unterstützt.

Nach zehn Jahren Forschung an Gefäßpflanzen mit Schwerpunkt auf Arabidopsis thaliana absolvierte Eva-Sophie einen weiteres Postdoc bei Prof. Liam Dolan am GMI in Wien. Dort widmete sie sich den frühen Entwicklungsstadien des nicht-gefäßpflanzlichen Modells Marchantia polymorpha. Diese Arbeiten bilden – zusammen mit ihrer bisherigen Expertise in der Blattentwicklung – die Grundlage für ihre zukünftige Forschung.

Wir heißen Eva-Sophie Wallner herzlich als neue Gruppenleiterin willkommen und sind gespannt auf die Impulse, die ihre Forschung in den kommenden Jahren setzen wird.

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